Was ist Pfiff2?

Projekttr?ger

PFIFF ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der bundesweiten Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördertes Projekt.logo_der_inqa.jpg
 
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„PFIFF goes on“:  Basierend auf den Vorarbeiten von PFIFF 1 geht es in diesem zweijährigen Folgeprojekt vor allem um die praktische Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung von Trainingsmaßnahmen zum Erhalt der geistigen Fitness älterer Arbeitnehmer. Schließlich sind Förderungskonzepte, die sich speziell an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer richten, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels besonders wichtig.

Durch dieses Projekt versuchen wir Erkenntnisse zu gewinnen, wie die geistigen Fähigkeiten – vor allem von Beschäftigten über 40 Jahre, die repetitiven, kognitiv wenig förderlichen Tätigkeiten nachgehen – erhalten und verbessert werden können. Weiterhin sollen die Ergebnisse Ansätze zur Arbeitsgestaltung liefern, die dem demografischen Wandel Rechnung tragen und den Einsatz älterer Arbeitnehmer in Produktionsbetrieben fördern. Dabei haben die Ergebnisse nicht nur Relevanz für den Fahrzeugbau, sondern auch für andere Industrie- und Handelsbetriebe, die über Arbeitsplätze mit repetitiven Tätigkeiten verfügen.

Einen Überblick über den zeitlichen Ablauf des Projekts finden Sie hier.

So bleiben graue Zellen fit!

Das PFIFF-Training ist ein ganzheitliches Programm zur Förderung intellektueller Fähigkeiten. Ein vielseitiges Training geistiger Kompetenzen für über 40-jährige Beschäftigte aus der Produktion wird daher flankiert von Modulen zu erfolgreicher Stressverarbeitung und Informationen zu weiteren Aspekten eines kognitiv förderlichen Lebensstils – denn unsere geistige Aktivität bestimmt nicht allein, ob wir mental fit bleiben.

 

Ablauf

In der Pilotphase wird das Training bei den Mitarbeitern aus dem Produktionsbereich der Bochumer Opel-Werke durchgeführt. Mit der Bündelung der Ergebnisse aus dieser ersten Phase soll eine Optimierung des Trainingskonzeptes an die spezifischen Gegebenheiten im betrieblichen Kontext ermöglicht werden. Diese Erfahrungen sollen in einer zweiten Phase dazu genutzt werden, ein Konzept zur Schulung von Multiplikatoren zu erarbeiten.  

Dazu werden mit Hilfe der AOK Niedersachsen Gesundheitsakteure aus unterschiedlichen Unternehmen ausgewählt und gemäß des Leitgedankens „Train the Trainer“ geschult. Auf der Basis dieser Schulung trainieren die neuen Trainer dann als „Multiplikatoren“ die Mitarbeiter ihrer Unternehmen.

 

Das erwartet die Teilnehmer

Die Trainingsmodule

Im Rahmen des kognitiven Trainings erhalten die Teilnehmer über einen Zeitraum von drei Monaten einen Einblick in den optimalen Umgang mit ihren geistigen Kompetenzen und trainieren anhand PC-basierter Aufgaben beispielsweise Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, Erinnerungsfähigkeit, Kurzzeitgedächtnis und räumliche Aufmerksamkeit – Aspekte, die im Alter häufig nachlassen, aber durch entsprechende „Auffrischung“ wieder gestärkt werden können. Die Generalisierbarkeit von Trainingseffekten in einem speziellen Bereich auf andere, untrainierte Aufgaben ("Fern-Transfer") konnte in vielen Studien kaum oder gar nicht nachgewiesen werden. Daher trainieren wir bei PFIFF ein breites Spektrum kognitiver Fähigkeiten, um möglichst viele intellektuelle Bereiche zu fördern. 


Im Stress-Modul lernen die Teilnehmer aktuelle Stresskonzepte kennen und werden über die praktische Bedeutung der Folgen von Stress informiert. Danach werden verschiedene Ansätze zur erfolgreichen Stressbewältigung vorgestellt und ausprobiert (z.B. Entspannungstraining, das Konzept des Kohärenzgefühls oder der erfolgreiche Umgang mit stressverstärkenden Gedanken).

Im Zusatzmodul Lebensstil geht es um die Bedeutung bestimmter Aspekte des Lebensstils für die geistige Fitness. Dazu erfahren die Teilnehmer die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Sport, Ernährung & Co.

 

Begleitende Untersuchungen

Die begleitenden Untersuchungen, die vor und nach den Trainings erfolgen, dienen ausschließlich dazu, die Wirksamkeit des Trainings zu belegen. Die erhobenen Daten werden entsprechend ethischer Richtlinien anonymisiert ausgewertet.

In Fragebögen werden stressrelevante Faktoren wie das private Umfeld, das Freizeitverhalten, die Motivation, die Persönlichkeitsmerkmale, der Umgang mit Stress, die Einstellung zum Arbeitsplatz oder die generelle Zufriedenheit mit der aktuellen Arbeits- und Lebenssituation erfasst.

Verschiedene neuropsychologische Verfahren (Papier-Bleistift und PC gestützte Verfahren) dienen der Erfassung von Aufmerksamkeitsfunktionen und verschiedenen Aspekten der Gedächtnisleistung.

EEG-Untersuchungen dienen der Messung der Hirnaktivität während der Bearbeitung von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisaufgaben. Anhand sog. ereigniskorrelierter Potenziale können Lerneffekte oder Kompensationsmechanismen aufgedeckt werden, die bei anderen Methoden nicht sichtbar geworden wären.

Die Ergebnisse finden sie hier.

 

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

Für das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte Projekt, das von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unter der fachlich wissenschaftlichen Leitung von Dr. Gabriele Freude begleitet wird, haben sich verschiedene Projektpartner zusammengeschlossen. Dazu gehören neben der Adam Opel GmbH das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung TU Dortmund (IfADo) unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Falkenstein, die Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Joachim Zülch), die Rehabilitationspsychologie der TU Dortmund (Prof. Dr. Alexa Franke) und die Gesellschaft für Gehirntraining (Rita Pfeiffer). Unter dem Punkt „Projektpartner“ erfahren Sie mehr über die einzelnen Beteiligten.